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	<title>Türkei &#8211; Lernblog &#8211; die Entscheidung zu lernen!</title>
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	<title>Türkei &#8211; Lernblog &#8211; die Entscheidung zu lernen!</title>
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		<title>Katastrophale Zustände an türkischen Schulen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herr Yildirim]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2016 20:37:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Informationen, die ich in diesem Artikel weitergebe, stammen von einer Lehrerin aus der Türkei, mit der ich mich über ihren Beruf, ihre Schule etc. unterhielt. Es gibt keinen Grund für mich, an der Wahrhaftigkeit des Geschilderten zu zweifeln. Meine Absicht ist es nicht, Schulen in der Türkei zu diskreditieren.... <a href="https://lern-online.net/blog/katastrophale-zustaende-an-tuerkischen-schulen/">Read more &#187;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Informationen, die ich in diesem Artikel weitergebe, stammen von einer Lehrerin aus der Türkei, mit der ich mich über ihren Beruf, ihre Schule etc. unterhielt.</p>
<p>Es gibt keinen Grund für mich, an der Wahrhaftigkeit des Geschilderten zu zweifeln. Meine Absicht ist es nicht, Schulen in der Türkei zu diskreditieren. Vielmehr möchte ich auf einen Zustand aufmerksam machen, um so eine Verbesserung des Bildungssystems zu erreichen.</p>
<p>8 Wochen für einen Stundenplan</p>
<p>Vor Beginn des Schuljahres gibt jeder Lehrer seine Präferenzen der Schulleitung für die Aufstellung des eigenen Stundenplans. Das bedeutet nicht, dass jeder sich einen Stundenplan wünschen darf. Vielmehr teilen diese mit, was bei ihrem Stundenplan zu berücksichtigen ist. Dabei kann es sich z.B. um einen wöchentlichen Termin bei chronischen Krankheiten handeln.</p>
<p>Als am ersten Schultag die Stundenpläne bekanntgegeben wurden, traf die besagte Lehrerin im wahrsten Sinne der Schlag ins Gesicht. Ihre notwendigen Wünsche aufgrund einer Erkrankung wurden kaum berücksichtigt. Sie wurde daraufhin mit den Worten &#8222;wird nächstes Mal angapasst&#8220; vertröstet.</p>
<p>Ungläubig erzählte sie mir, dass der endgültige Stundenplan der Lehrer im letzten Jahr erst nach acht Wochen seinen Endstatus erreichte. An eine Wiederholung des letztjährigen Zwischenfalls glaubte sie jedoch nicht.</p>
<p>Tatsächlich sollte es doch acht Wochen dauern, bis der Plan fertiggestellt wurde. Acht Wochen, in denen jede Woche ein neuer Plan vorgelegt wurde.</p>
<h2>4 Wochen ohne Reinigung</h2>
<p>In einem der Gespräche erwähnte die Lehrerin einer Berufsschule für Mädchen, dass es für die Schule keinen Putzdienst gab. Ich fragte verblüfft nach: &#8222;Seit vier Wochen werden keine Sanitäranlagen gereinigt?&#8220;. Sie bejahte die Frage.</p>
<p>Wir reden hier nicht von einer Schule im tiefsten Urwald, sondern von einer Berufsschule mit vielleicht über 1.000 Schülern in einer Großstadt der Türkei.</p>
<p>Bei allem Respekt für das Schulministerium der Türkei, aber das konnte es doch nicht sein. Offensichtlich brachten Beschwerden seitens der Lehrer keine Abhilfe. In jenen Tagen suchte man eher keine Toiletten in der Schule auf. Und Klassenzimmer wurden wohl von Lehrern und Schülern mehr oder weniger &#8222;sauber&#8220; gehalten.</p>
<p>Die Lösung des Problems ist nicht unbedingt besser als der Zustand zuvor. Offensichtlich aus Geldnöten ging das lokale Schulministerium einen Deal mit dem örtlichen GEfängnis ein. Häftlinge im offenen Strafvollzug sollten so ab der 6. Woche nach Schulbeginn die Schule säubern.</p>
<p>Auffällig ist dabei, dass es sich hauptsächlich um männliche Gefangene handelt und die Lehrerschaft nicht weiß, um welche Straftäter es sich handelt. Weibliche Strafgefangene nahmen erstaunlicherweise nicht am offenen Vollzug teil.</p>
<p>Da es sich beim Reinigungspersonal durchaus auch um Sexualstraftäter handeln konnte, war es den Schülerinnen ab dann nicht mehr erlaubt, Toiletten während des Unterrichtes aufzusuchen. Entweder wartet man bis zur Pause oder&#8230;</p>
<p>Eine Schülerin mit eine Nierenleiden durfte nur unter Vorlage eines Attestes während des Unterrichts aufs Örtchen und das &#8211; wie mir die Lehrerin berichtet &#8211; mit einem unguten Gefühl im Bauch.</p>
<h2>Versagen der Politik</h2>
<p>Die oben geschilderten Fakten stammen aus dem Jahre 2016. Aus einem Land, dass zum dritten Mal zwei Kontinente miteinander verbunden hat und sich damit rühmt.</p>
<p>Doch in puncto Bildung fehlen bislang die so wichtigen Reformen. Straßen, Brücken, Industrie &#8211; all das ist wichtig. Aber war das Wichtigste nicht immer die Bildung?</p>
<p>Die Regierung um die AKP muss sich in diesem Punkt Kritik gefallen lassen. Bisherige Minister des Schulministeriums sind nicht mutig genug, eines der wichtigsten Themen des Landes anzugehen: Die Bildungsreform.</p>
<p>Die AKP verpasst damit eine historische Chance als alleinregierende Mehrheit, signifikante Verbesserungen in dem seit Jahrzehnten maroden Bildungssystem voranzutreiben.</p>
<p>Wie soll sich eine Schülerin auf das Lernen konzentrieren, wenn außerhalb des Klassenzimmers Gefangene herumlaufen, wie wenn der Stundenplan ständig geändert wird. Hinzu kommt, dass an dieser Schule der Unterricht bereits um 06:50 Uhr beginnt. Zu einer Zeit, in der nicht einmal Erwachsene mit der Arbeit beginnen.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Es gibt viele Baustellen im türkischen Bildungssystem, so dass man nicht weiß, wo man anfangen sollte. Klug wäre wohl, tabula rasa zu machen, also alles vom Tisch zu räumen und ein komplett neues Bildungssystem z.B. nach dem Vorbild der skandinavischen Länder aufzubauen. Zumindest könnte man sich die &#8222;best practices&#8220; dieser Welt anschauen und eine entsprechende Anpassung vornehmen.</p>
<p>Mich machen solche Schilderungen sauer. Unmotivierte bzw. hilflose Lehrer tun ihren Teil noch hinzu, so dass keine Erwachsene mit guter Bildung heranwachsen, sondern eine bildungsfremde Gesellschaft, die diese fehlende Bildungsnähe auch an die Generationen danach weitergibt.</p>
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		<title>Interpretation des Wahlergebnisses in der Türkei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herr Yildirim]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2015 10:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am gestrigen 1. November wurde das Volk in der Türkei zum erneuten Gang zur Wahlurne gebeten, nachdem sich nach den Ergebnissen vom 7. Juni keine Regierung gebildet hatte. Für die nächsten vier Jahre hat es seinen Wunsch nach einer Regierung geäußert. Das vorläufige Wahlergebnis Nach dem vorläufigen, noch nicht offiziellen... <a href="https://lern-online.net/blog/interpretation-des-wahlergebnisses-in-der-tuerkei/">Read more &#187;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am gestrigen 1. November wurde das Volk in der Türkei zum erneuten Gang zur Wahlurne gebeten, nachdem sich nach den Ergebnissen vom 7. Juni keine Regierung gebildet hatte. Für die nächsten vier Jahre hat es seinen Wunsch nach einer Regierung geäußert.</p>
<h3>Das vorläufige Wahlergebnis</h3>
<p>Nach dem vorläufigen, noch nicht offiziellen Wahlergebnis (die endgültige Verkündung der Stimmauszählung wird voraussichtlich am 12./13. November verkündet) haben vier Parteien die 10-Prozent-Hürde überwunden und den Einzug in das Parlament geschafft. Die prozentuale Stimmabgabe und die damit verbundenen Parlamentssitze stellen sich wie folgt dar:</p>
<ol>
<li>AKP: 49,41% (316 Sitze)</li>
<li>CHP: 25,38% (134)</li>
<li>MHP: 11,98% (41)</li>
<li>HDP: 10,7% (59)</li>
</ol>
<p>Damit erreicht die AKP die notwendige Stimmenanzahl für die absolute Mehrheit und darf die kommende Legislaturperiode allein regieren. Hierfür waren mindestens 276 Sitze im Parlament notwendig.</p>
<h3>Vergleich des Ergebnisses zu den Vorwahlen</h3>
<p>Vergleicht man das Wahlergebnis vom 1. November mit dem des vom 7. Juni 2015, so ergibt sich folgendes Bild:</p>
<ol>
<li>AKP: 40,9% (+8,5), 258 (+58)</li>
<li>CHP: 25,0% (+0,4), 132 (+2)</li>
<li>MHP: 16,3% (-4,4), 80 (-39)</li>
<li>HDP: 13,1% (-2,4), 80 (-21)</li>
</ol>
<p>Der Vergleich zeigt, dass vor allem die AKP in den letzten fünf Monaten kräftig zulegen konnte und sowohl Wähler der MHP als auch die der HDP überzeugen konnte. Den größten Schlag musste dagegen die MHP hinnehmen, die fast die Hälfte ihrer Parlamentssitze abgeben musste.</p>
<h3>Interpretation des Wahlergebnisses pro Partei</h3>
<p>Was hat sich in den letzten fünf Monaten geändert, so dass sich das Ergebnis von einem Koalitionswunsch hin zu einer absoluten Mehrheit der Regierungspartei geändert hat? Wir wollen dies einmal für jede Partei einzeln betrachten.</p>
<h4>Die AKP</h4>
<p>Die AKP hat mit Sicherheit das Wahlergebnis vom 7. Juni richtig analysiert und interpretiert. Denn sie war die einzige Partei, die nach diesem Wahltag radikale Änderungen vorgenommen hat. Entscheidend waren sicherlich folgende Punkte:</p>
<ol>
<li>Die Neuordnung der Parlamentarierlisten. Die AKP hat als einen der ersten Schritte die Listen der Abgeordneten überarbeitet. Neue, unbekannte Gesichter wurden mit erfahrenen Politikern wie Ali Babacan oder Alparslan Türkes ersetzt. Dies sorgte sicherlich für mehr Vertrauen beim Wähler.</li>
<li>Neues Wahlprogramm. In seinem Wahlprogramm vom 7. Juni ging die AKP wenig auf die Mikroökonomie, also den Geldbeutel des „einfachen Bürgers“ ein. Diesmal standen jedoch Themen wie Erhöhung des Mindestlohnes, Zusatzzahlungen an Rentner, Zuschüsse und zinslose Darlehen für Gründer oder die einjährige Übernahme der Gehälte für Berufsanfänger auf der Agenda.</li>
<li>Vorgehen gegen Terrorismus. Sicherlich hat auch das entschlossene Vorgehen gegen terroristische Akte eine entscheidende Rolle bei diesen Wahlen gespielt. Bislang versuchte die AKP das „Kurdenproblem“ (unschönes, jedoch in der Türkei verwendetes Wort) friedlich zu lösen. Als dies jedoch das Land nicht weiterbrachte und der Druck vor allem durch nationalistische Kreise stieg, entschied man sich Stellungen der PKK zu bombardieren und auch die Kräfte im Kampf gegen den IS zu unterstützen.</li>
<li>Positive Entwicklung trotz Krise. Mit entscheidend könnte sein, dass die Übergangsregierung um Ministerpräsident Davutoglu eine ruhige und rationale Politik zu machen schien. Er ging auf die CHP für Koalitionsgespräche zu, rief nach den Anschlägen in Suruc und Ankara zur Einheit und Besonnenheit auf. Auch die Wirtschaft konnte in dieser schwierigen Phase noch um 3% wachsen.</li>
<li>Wahlen ernst genommen. Die letzten Wahlen wurden von der AKP nicht ganz ernst genommen. Nach den überwältigenden 52% für Erdogan im ersten Wahlgang zum Staatspräsidenten sah man sich wohl der absoluten Mehrheit sicher. Dementsprechend schlagsig bestritt die AKP-Basis den Wahlkampf, die Rufe gerade aus dem Osten des Landes nach Wahlsicherheit wurden überhört. Die AKP hat aus den Fehlern gelernt und vor allem für mehr Sicherheit vor und während der Wahlen gesorgt.</li>
<li>AKP-Wähler, die im Sommer nicht zur Wahl gegangen waren, da sie den Sieg wohl in trockenen Tüchern gesehen hat, wurde diesmal mobilisiert.</li>
</ol>
<h4>Die CHP</h4>
<p>Die CHP besitzt eine Stammwählerschaft von ca. 25-26%. Das sehen wir, wenn wir uns das Ergebnis der letzten drei Wahlen ansehen (26%, 25%, 25,4%). Die CHP hat ein Viertel der Stimmen sicher, so dass sie nicht unbedingt ein Wahlprogramm haben muss, um dieses Ergebnis zu erzielen.</p>
<p>Die CHP hat nach dem Ergebnis der Vorwahlen nichts verändert. Weder an den Abgeordnetenlisten, noch am Wahlprogramm. Sicherlich hat sie jedoch der AKP mit ihrem Programm Hinweise gegeben, worauf sie zu achten hat. So versprach die CHP, den Mindestlohn auf 1.500 TL zu erhöhen. Diese wurden offensichtlich als Wahlversprechen mit einem ungewissen Ausgang gesehen, so dass die 1.300 TL der AKP als eher glaubwürdig angesehen wurden.</p>
<h4>Die MHP</h4>
<p>Noch am Abend des 7. Juni verkündete der Vorsitzende der MHP, dass das damalige Wahlergebnis Grund für Neuwahlen sei und schlug den 15. November hierfür an. In der darauf folgenden Phase fiel die MHP mit ihrer Politik des Verweigerns auf. Von Anfang an wurden Koalitionsgespräche abgelehnt, auch wenn sich die Basis eine Koalition mit der AKP gewünscht hätte. Die Führungsriege der MHP zeigte jedoch zu keinem Zeitpunkt Bereitschaft, das Land aus der schwierigen Lage zu führen. Dies wurde ihr sicherlich nun zum Verhängnis.</p>
<p>Auch für die Teilnahme an der Übergangsregierung verweigerte die MHP ihren Mitgliedern die Zustimmung. Als Alparslan Türkes, der Sohn des Parteigründers, doch seine Pflicht als Bürger wahrnahm, wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Auch die Vertreterin des Parlamentsvorsitzen Meral Aksener wurde von der Abgeordnetenliste gestrichen, als sie immer näher in den Fokus für die Nachfolge des Vorsitzenden rückte. Viele Bürger hielten dieses Vorgehen des Parteivorsitzen als despotisch und ungerecht.</p>
<h4>Die HDP</h4>
<p>Der größte Fehler der HDP war es sicherlich, dass sie sich nicht entscheidend genug von der PKK distanziert hat. Aussagen von gewählten Parlamentariern wie: „Warum soll die PKK die Waffen niederlegen, soll doch der Staat die Waffen niederlegen“ oder „Die PKK wird den Staat allein mit seiner Spucke ertränken“, zeigten nicht unbedingt, dass Forderungen nach Frieden und Demokratie nur Lippenbekenntnisse sind.</p>
<p>Während der Wahlen des 7. Juni meldeten NGOs, dass die Wahlen gerade im (Süd-)Osten „im Schatten der Waffen“ stattfinden würden. Gemeint war hier, dass die PKK Menschen unter Gewaltandrohung aufforderte, die HDP zu wählen. So kam es dann, dass aus einigen Urnen nur Stimmen für die HDP gezählt wurden.</p>
<h3>Fazit &amp; Ausblick</h3>
<p>Die AKP hat die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und mit 49,4% und 316 Abgeordneten selbst die Erwartungen der optimistischsten Analysten und Sypathisanten übertroffen. Die waren von 47% und eher 290 Abgeordneten ausgegangen, was wiederum für eine absolute Mehrheit gereicht hätte.</p>
<p>Im Schnitt erwarteten Prognoseunternehmen jedoch einen Wert von 43-44% für die AKP, so dass sich am Ergebnis der Wahlen kaum etwas geändert hätte. Somit war das Ergebnis vom gestrigen Sonntag doch eine kleine Überraschung.</p>
<p>De Oppositionsparteien haben eine derbe Niederlage erlitten. Die Süddeutsche schreibt von „Lauter Verlierern“. Die MHP hatte signalisiert, diesmal Gespräche aufnehmen zu wollen. Der Wähler hat diese Ankündigung nicht ernst genommen und sie abgestrafft.</p>
<p>Die CHP hat sich sicherlich berechtigte Hoffnungen auf eine Koalition gemacht. Denn diese wäre bei einem ähnlichen Ergebnis wie im Sommer unvermeidlich gewesen.</p>
<p>Der HDP wurde ihr Verhältnis zur PKK zum Verhängnis. Dennoch wird zum ersten Mal eine kurdische Partei in das türkische Parlament einziehen. Auch wenn mit 21 Abgeordneten weniger als gehofft.</p>
<p>Normalerweise müssten so harte Wahlniederlagen personelle Konsequenzen haben. Gerade der Vorsitzende der MHP müsste nach 17 Jahren und seiner 11. oder 12. Wahlschlappe gegen Erdogan so langsam den Hut nehmen. Doch in der Türkei ticken die Uhren etwas anders. Die, die Demokratie fordern, sitzen wie Herrscher auf ihren Stühlen.</p>
<p>Das Volk hatte sich Stabilität gewünscht und sieht diese durch eine absolute Mehrheit gewährleistet. Alle Parteien sollten sich nun auf das Wesentliche besinnen und vernünftige Politik machen. Die Regierungspartei muss für mehr Gerechtigkeit und Aufschwung sorgen. So wie es ihr Name besagt.</p>
<p>Die Opposition muss sich auf das „Politik machen“ konzentrieren und unnötige Kleinkriege vermeiden. Nicht nur die Bürger selbst, sondern auch die Weltgemeinschaft braucht eine stabile Türkei in der Region.</p>
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		<title>&#8222;Die Welle&#8220; schwappt über in der Türkei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herr Yildirim]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jun 2013 11:51:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[occupygezi]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Welle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vermutlich kennen einige unter den Lesern den Roman &#8222;Die Welle&#8220; von Morton Rhue. Einige haben ihn eventuell wie ich ihn sogar im Deutschunterricht besprochen. Für diejenigen, die das Buch nicht kennen, hier kurz zum Inhalt. Ein Lehrer beginnt mit seiner Klasse ein Experiment. Diese glaubt nämlich, dass der Nationalsozialismus bzw.... <a href="https://lern-online.net/blog/die-welle-schwappt-ueber-in-der-tuerkei/">Read more &#187;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vermutlich kennen einige unter den Lesern den Roman &#8222;Die Welle&#8220; von Morton Rhue. Einige haben ihn eventuell wie ich ihn sogar im Deutschunterricht besprochen. Für diejenigen, die das Buch nicht kennen, hier kurz zum Inhalt.</p>
<p>Ein Lehrer beginnt mit seiner Klasse ein Experiment. Diese glaubt nämlich, dass der Nationalsozialismus bzw. Faschismus nur ein Konstrukt der Vergangenheit ist und heutzutge keine Basis hätte. Das Experiment beweist genau das Gegenteil und zeigt damit, dass faschistisches Gedankengut unter uns ist. Auch heute.</p>
<p>Ich habe heute einen <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article116945036/Als-Traenengas-meine-Augen-und-meine-Lunge-erreichte.html" target="_blank" rel="noopener">Beitrag von einer Gastkolumnistin</a> in der Online-Ausgabe von &#8222;Die Welt&#8220; gelesen. In diesem beschreibt die eigentliche Bloggerin Cigdem Toprak von ihren Erlebnissen als Teil der Gezi-Park-Bewegung in Istanbul. Ich berichtete darüber <a title="Was ist derzeit in der Türkei los? " href="https://lern-online.net/blog/#/blog/2013/06/05/was-ist-derzeit-in-der-tuerkei-los-stichwort-occupygezi/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Mittlerweile ist wohl jedem klar, dass es bei der Gezi-Park-Bewegung nicht um den Naturschutz, sondern um etwas viel Größeres ging. Jede Gruppe nimmt dabei mit einer anderen Motivation an der Protestbewegung teil. Gewaltbereite Fußballfans, um die Zeit bis zur nächsten Saison zu überbrücken, Künstler, um sich zu profilieren. Natürlich gibt es auch noch den Kern an Naturschützern. Diese stellen jedoch eine Minderheit dar. Ihre friedliche und anerkennungswürdige Aktion ist mittlerweile dem Sog der unfriedlichen Gruppen erlegen.</p>
<p>Cigdem Toprak schreibt in ihrem Bericht, dass sie zunächst gegen eine Teilnahme vor Ort war. Ihr wurde hierzu durch einen Funktionär der CHP-Partei abgeraten. Erst die Worte des Welt-Korrespondenten &#8222;es wird nicht bei den Protesten bleiben&#8220; hat sie dann doch bewegt, an diesen teilzunehmen.</p>
<p>Würde man Frau Toprak fragen, ob sie sich von einer nationalistisch angehauchten Ideologie mitreißen lassen würde, würde sie wohl mit einem klaren &#8222;Nein&#8220; antworten. Dies natürlich vor einem entsprechenden Schritt. Im Weiteren schreibt sie, dass sie die emotionalsten Tage ihres Lebens erlebt hat. Ein probates Mittel der Polemik. Emotionen statt Verstand wecken. Auch Toprak ist dem verfallen.</p>
<p>Obwohl sie wohl nicht mit der Absicht dorthin gegangen ist, sieht sich Frau Toprak plötzlich in der Menge &#8222;Wir sind Atatürks Soldaten&#8220; schreien. Ganz wie die Soldaten, die in türkischen Schulen ausgebildet werden. Dabei ist Frau Toprak doch in Deutschland geboren und hat hier studiert.</p>
<p>Sie schreibt, dass sie nun verstehe, was Atatürk damals bezweckt habe, als er allen Völkern die türkische Identität zugesprochen habe. Er habe das Land stark machen wollen. Als &#8222;türkische Soldatin&#8220; blendet Toprak aus, dass die türkische Identität den verschiedenen Völkern der Region mehr &#8222;auferzwungen&#8220; wurde. Und es blieb auch nicht bei der Identität. Die Sprachen von Minderheiten wurde verboten. Die Kultur ebenfalls. Das sieht Frau Toprak nicht. Erst in den letzten Jahren dürfen andere Volksgruppen in der Türkei ihre Sprache frei sprechen, ihre Kultur ausleben. Ein Verdienst, den man der AKP-Regierung zuschreiben muss. Egal ob man sie mag oder nicht.</p>
<p>Frau Toprak spricht darüber, dass sie ein Opfer der polizeilichen Gewalt wurde. Vielmehr ist sie ein Opfer einer Welle. Einer Welle, die in Deutschland über 5 Millionen Juden das Leben gekostet hat. Kein vernünftiger Bürger in Deutschland würde diese Zeit gutheißen. Dass wir nicht davor bewahrt sind, es gleich zu tun, zeigt das Beispiel der Welt-Autorin. Das Emonationale steht über der Vernunft und zieht sie mit. Von da ist es nicht mehr weit, dass selbsternannte Soldaten denunzieren und sogar gewaltätig werden. Vorsicht ist daher geboten. Ein zweite Welle braucht niemand.</p>
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		<title>Was ist derzeit in der Türkei los? Stichwort #occupygezi</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herr Yildirim]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 06:38:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>
		<category><![CDATA[occupygezi]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhen 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich wurde gebeten, doch einmal einen Artikel zu den aktuellen Geschehnissen in der Türkei zu schreiben. Ich versuche dies einmal so wertefrei wie möglich zu tun. Wie alles begann Angefangen hat der Chaoszustand mit dem Vorhaben der Regierung Bäume aus einem Park, dem Gezi Park, umzusiedeln und dort ein weiteres... <a href="https://lern-online.net/blog/was-ist-derzeit-in-der-tuerkei-los-stichwort-occupygezi/">Read more &#187;</a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://lern-online.net/blog/was-ist-derzeit-in-der-tuerkei-los-stichwort-occupygezi/">Was ist derzeit in der Türkei los? Stichwort #occupygezi</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://lern-online.net/blog">Lernblog - die Entscheidung zu lernen!</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wurde gebeten, doch einmal einen Artikel zu den aktuellen Geschehnissen in der Türkei zu schreiben. Ich versuche dies einmal so wertefrei wie möglich zu tun.</p>
<h3>Wie alles begann</h3>
<p>Angefangen hat der Chaoszustand mit dem Vorhaben der Regierung Bäume aus einem Park, dem Gezi Park, umzusiedeln und dort ein weiteres Einkaufszentrum hinzubauen. Die Zahl der Einkaufszentren hat in den letzten Jahren in der Türkei rapide zugenommen. Grünflächen sind dagegen &#8211; inbesondere in Istanbul &#8211; relativ rar.</p>
<p>Den Einwohnern Istanbuls schmeckte dieses Vorhaben nun gar nicht, so dass sie beschlossen, friedlich den Park zu besetzen. Wir sprechen hier jedoch von einem Park, durch den sich nachts kaum einer alleine oder mit seiner Familie durchwagt. Zu gefährlich, zu familienunfreundlich soll er sein.</p>
<p>Die Situation eskalierte als die Polizei versuchte, die Demonstranten gewaltsam an der Besetzung des Gezi Parks (daher auch #occupygezi) zu hindern. Rabiate Mittel wie Pfeffergas kamen dabei zum Einsatz, Menschen wurden verletzt.</p>
<h3>Solidarität mit den Besetzern</h3>
<p>Solche Auseinandersetzungen sind natürlich unangenehm für jede Regierung. So hieß es, dass versucht würde, die Informationsweiterleitung staatlich zu verhindern. Ich erfuhr erstmalig letzten Samstag Abend von den Zuständen. Eine Berichterstattung fand ich lediglich auf dem türkischen Sender NTV. Mittlerweile berichten fast alle Sender über die Situation am Gezi Park.</p>
<p>Menschen aus allen Ecken der Türkei und auch aus der Welt haben sich mit den Park-Besetzern solidarisiert und ihre Unterstützung gezeigt. Gegen Solidarisierung mit benachteiligten Menschen ist nichts zu sagen. Dass insbesondere türkisch-stämmige Menschen in Deutschland dies tun, wenn es in der Türkei Unruhen gibt und nicht, wenn vor ihrer Haustüre ein Protestgrund herrscht, ist jedoch verwunderlich. Ich habe Probleme Menschen zu verstehen, die Stuttgart 21 als ein Problem der Deutschen sehen, obwohl sie selbst Stuttgarter sind. Hieran erkennt man, dass bei Türken Emotionen eher eine Rolle spielen als ein Unrechtbewusstsein.</p>
<h3>Parallelen zu Stuttgart 21</h3>
<p>Apropos Stuttgart 21. Parallelen zu den Protesten von vor einigen Jahren sind erkennbar. Auch dort kamen Wasserwerfer zum Einsatz, auch dort wurden Menschen verletzt. Der ältere Mann, der bei den Protesten ein Auge durch einen Wasserstrahl verlor, ist vielen wohl noch im Gedächtnis.</p>
<p>Umso verwunderlicher ist die Ansicht einiger deutscher Medien und Politiker, die die Unruhen in der Türkei als Mittel sehen, die türkische Regierung zu kritisieren.</p>
<h3>Kritik an der Regierung</h3>
<p>Ist denn die türkische Regierung für das Vorgehen nicht zu kritisieren? Mit Sicherheit. Kein Gesetz dieser Welt rechtfertigt ein gewaltsames Vorgehen gegen friedliche Demonstranten. Eine Regierung soll das Volk vertreten, es nicht gewaltsam unterdrücken. Auch für den Versuch, die Informationsweiterleitung zu verhindern, ist nicht nur rechtswidrig, sondern in Zeiten von Social Media auch äußert dumm. Auch diese sollen z.T. unterdrückt worden sein.</p>
<h3>Aus friedlichen Protesten entsteht Gewalt</h3>
<p>Wie so oft, sehen Randgruppen bei solchen Protestaktionen ihre Zeit gekommen. Schnell haben sich den friedlichen Demonstranten Gruppen angeschlossen, denen die Umpflanzung der Bäume eigentlich egal war. Sonst hätten sie auch protestiert als für die Koc Universität in Sariyer/Istanbul 80.000 Bäume gefällt wurden. Als mündiger Bürger fragt man sich, wo die Naturschützer damals waren.</p>
<p>Mittlerweile wittern gerade linke Gruppen Morgenluft. Regierungsgegner und Teile der Opposition versuchen Menschen zu mobilisieren. So wundert es ein wenig, dass die Fans des Istanbuler Fußballclubs Besiktas, die herzlich wenig mit der Natur zu tun haben, mit bengalischen Feuern an den Protesten teilnehmen. Diese Fangruppe, die sich &#8222;Carsi&#8220; nennt, ist nicht gerade dafür bekannt, dass sie ihrem Unmut mit Worten Luft verschafft. Die Zeit passt halt. Die Fußballsaison ist abgelaufen, die Fans brauchen andere Wege, Ärger loszuwerden (in der Türkei ist das Stadion auch ein Ort, Wut loszuwerden und daher wichtig für das soziale Miteinander).</p>
<h3>Einlenken der Regierung</h3>
<p>Die Regierung um ErdoÄŸan gibt jetzt zu, dass die Demonstrationen zu Beginn harmlos und das Vorgehen der Polizei ungerechtfertigt war. Sprecher der Regierung entschuldigen sich bei den friedlichen Demonstranten und den Verletzten. Leider kam es auch zu Toten. Ein junger Mann kam beispielsweise nach Autopsieberichten durch einen Schlag &#8211; und nicht wie anderorts berichtet &#8211; durch einen Kopfschuss um.</p>
<h3>Die politische Situation der Türkei</h3>
<p>Die politische Situaton in der Türkei sieht wie folgt aus: Nach jahrzentelangem Stillstand geht es aufwärts in der Türkei. Das Volk schreibt diesen Aufschwung Erdogan und seiner AKP-Regierung zu. In den letzten Wahlen erhielt er über 50%. Er regiert alleine. Die Opposition um die Parteien CHP und MHP sind mittlerweile so visions- und aktionslos, dass sie kaum Chancen hat, die nächsten Wahlen auf demokratischen Wegen zu gewinnen. Die MHP distanziert sich von den gewaltbereiten Mitläufern des Protests. Von der CHP kann man dies nicht unbedingt behaupten. Sie weiß, dass Erdogan nur dann zu stürzen ist, wenn es Unruhen in der Türkei gibt. So wird ein demokratisch gewählter Ministerpräsident, der mit Sicherheit nicht unumstritten ist, als Diktator bezeichnet und mit Diktatoren aus den arabischen Ländern verglichen.</p>
<p>Das türkische Volk ist ein sehr emotionales Volk. Emotionen und Gedanken überwiegen statt Wissen. So wird unter anderem kritisiert, dass die Regierung &#8222;über die Köpfe der Menschen&#8220; hinweg entscheidend. Nun, das ist jedoch Gang und Gäbe in parlamentarischen Demokratien. Das Volk wählt seine Vertreter und diese beschließen Maßnahmen und Gesetze. Die Opposition hätte gerne, dass jede Entscheidung der Türkei vom Volk entschieden wird. Ein falsches Verständnis von Demokratie. Auch in Deutschland werden unpopuläre Entscheidungen getroffen. Den Unmut hierüber äußert man jedoch friedlich am Wahltag.</p>
<h3>Die Außendarstellung der Türkei</h3>
<p>Die Türkei hat in den letzten zehn Jahren einen enormen wirtschaftlichen Schub erhalten. Außer im Krisenjahr 2009 gab es immer positive Wachstumszahlen. Im Gegensatz zu Europa kriselt die Türkei wirtschaftlich nicht. Ganz im Gegenteil: Das Land konnte seine Schulden an den Internationalen Währungsfond in diesem Jahr vollständig tilgen und wird wohl so leicht keine wieder aufnehmen. Klingt gut, ist aber der auf dem Kapitalismus basierenden Weltwirtschaft ein Dorn im Auge. Denn: Wer keine Schulden hat, zahlt auch keine Zinsen. Nicht einmal Deutschland kann sich keine Neuverschuldung derzeit leisten.</p>
<p>Aus diesem Grund und der Tatsache, dass Europa kriselt, braucht die Türkei die EU nicht mehr. Das Land wird immer unabhängiger und souveräner. Je souveräner ein Staat, desto mächtiger wird er. Er ist nicht mehr auf andere Länder angewisen. Das passt einigen Regierungschefs im Ausland nicht. Sie würden gerne offensichtlich sehen, dass der arabische Frühling auch in die Türkei überschwappt. Dies würde das Land wirtschaftlich schwächen und abhängiger machen.</p>
<h3>Der wirtschaftliche Schaden</h3>
<p>Der Börsenindex in Istanbul startete vor einigen Tagen mit einem Minus von sechs Prozentpunkten. Grund hierfür waren die Unruhen. Bei einem terroristischen Angriff lag dieser Wert bei -1,5%. Das türkische Volk schadet somit seiner Wirtschaft und dem Aufschwung mehr als Terroristen von außen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht friedlich demonstrieren darf. Die Demos, die einige zum Anlass nahmen, ihren Unmut kundzutun, schadet nicht nur den Geschäften um den Gezi Park herum, sondern auch der Gesamtwirtschaft. In Demokratien gibt es Wahlstimmen. Wer mit der Regierung unzufrieden ist, der hat schon 2014 die Gelegenheit, diese abzustrafen.</p>
<h3>Zusammenfassung</h3>
<p>Zusammenfassen würde ich die Situation in der Türkei wie folgt festhalten:</p>
<ol>
<li>Die Unruhen begannen mit der friedlichen Besetzung des Gezi Parks, wo eine Grünfläche einem Einkaufszentrum Platz machen sollte.</li>
<li>Die Polizei ging z.T. gewaltsam gegen diese Demonstranten vor und sorgte für eine Eskalation der Situation und für eine weltweite Solidarisierung mit den Istanbulern.</li>
<li>Parallelen zum Vorgehen zu Stuttgart 21 sind erkennbar. Auch dort ging die Polizei mit Gewalt vor.</li>
<li>Die Regierung sieht mittlerweile Fehler ein, hat sich für das Vorgehen der Polizei entschuldigt und die Medienzensur aufgehoben.</li>
<li>Gewaltbereite Gruppen sahen in den Protesten eine Chance, die Regierung zu stürzen oder ihr zu schaden. Die Gewalt eskalierte.</li>
<li>Politisch brisant sind die Unruhen, da die Opposition aktions- und visionslos erscheint und nur durch einen Sturz der Regierung (wie in der Vergangenheit geschehen) an die Macht gelangen kann</li>
<li>Außenpolitisch ist die Türkei mit seiner wachsenden Souveränität, seinem Abbezahlen der IWF-Schulden ein Dorn im Auge. Ein türkischer Frühling käme hier gerade recht.</li>
<li>Der wirtschaftliche Schaden der Unruhen ist für die Türkei größer als ein Terrorangriff.</li>
</ol>
<h3>Wie muss es weitergehen?</h3>
<ul>
<li>Die Regierung muss umgehend die polizeiliche Gewalt eindämmen, Presse- und Redefreiheit gewährleisten.</li>
<li>Die Regierung muss ihre Pläne, ein Einkaufszentrum am Gezi Park zu bauen, noch einmal überdenken bzw. revidieren</li>
<li>Das Volk darf gewaltätigen Gruppen nicht die Möglichkeit geben, den Park als Plattform für ihre militanten Aktionen zu nutzen. Es muss sich von diesen distanzieren</li>
<li>Das Volk muss seinen Unmut an der Wahlurne kundtun und nicht mit Hilfe von Pflastersteinen und Knüppeln</li>
</ul>
<p>Und ganz wichtig: Alle müssen so langsam zur Ruhe und Besinnung kommen. Ein türkischer Frühling bringt wohl keinem etwas. Beispiele aus den arabischen Ländern sind der Beweis.</p>
<pre>Dieser Artikel spiegel lediglich die Ansichten von Ali Yildirim wider.</pre>
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		<title>Studieren in der Türkei: Vordiplom in Bachelor-Pelz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herr Yildirim]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 May 2013 08:26:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Studieren]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In meinem Beitrag &#8222;Das Bildungssystem der Türkei&#8220; hatte ich über jenes berichtet und kritisiert. In diesem soll es um das Thema &#8222;Studieren in der Türkei&#8220; gehen, da ich mir in den letzten Jahren einen Überblick hierüber verschaffen konnte. Der Uni-Zugang: Nur wohlhabenden Familien zumutbar Wie bereits im letzten Artikel erwähnt,... <a href="https://lern-online.net/blog/studieren-in-der-tuerkei/">Read more &#187;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem Beitrag &#8222;<a href="https://lern-online.net/blog/2013/05/17/bildungsystem-der-tuerkei/" target="_blank">Das Bildungssystem der Türkei</a>&#8220; hatte ich über jenes berichtet und kritisiert. In diesem soll es um das Thema &#8222;Studieren in der Türkei&#8220; gehen, da ich mir in den letzten Jahren einen Überblick hierüber verschaffen konnte.</p>
<h3>Der Uni-Zugang: Nur wohlhabenden Familien zumutbar</h3>
<p>Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, müssen Schüler nach dem Schulabschluss eine Uni-Zugangsprüfung bestehen, bevor sie die Zulassung an eine Universität erhalten. Hier beginnt auch schon die Kritik. Schüler, die zuvor nicht wirklich gezwungen waren, richtig zu lernen, erfahren nun, was es bedeutet, gefordert zu werden. Ohne zusätzliche Unterstützung schafft fast kein Schüler den Sprung auf die Hochschule. So kommt es vor, dass der Jahrgangsbeste einer Abschlussklasse kläglich an der Uni-Zulassungsprüfung scheitert. Hier in Deutschland könnte dieser sich die beste Universität und auch das gefragteste Studienfach aussuchen. Obwohl Abiturienten in Deutschland solch ein &#8222;goldenes Armband&#8220; &#8211; wie man in der Türkei gerne sagt &#8211; mitgegeben wird, bevorzugen noch viele eine Berufsausbildung.</p>
<p>Dadurch dass ein Uni-Zulassung nur mit zusätzlicher Unterstützung von Nachhilfelehrern und -institutionen möglich ist, ist das Studieren in der Türkei leider nur wohlhabenden Familien vorbehalten. Ärmere verkaufne Land und Hof in der Hoffnung, dass das eigene Kind es einmal besser hat. Scheitert das Kind, ist der materielle als auch psychologische Krater groß. Es kommt nicht selten vor, dass Schüler 2-3x an dieser Prüfung scheitern. 2-3 Jahre eines noch so jungen Lebens, dass weggeschmissen ist.</p>
<h3>Was und vor allem wo studieren?</h3>
<p>In der Türkei ist es nicht nur wichtig, WAS man studiert, sondern WO man studiert. So sollte man mit seinen erreichten Punkten schon auf eine der renommierten Universitäten in Ankara, Istanbul oder Izmir kommen, um international mithalten zu können.</p>
<p>Die Wahl des Studienfachs und der Universität ist ein weiterer Kritikpunkt, der unbedingt reformiert werden müsste. So müssen Prüfungsbesteher eine schwierige Wahl treffen. Auch hierfür benötigen sie meist externe Hilfe. So kann es vorkommen, dass ein technisch begabter Mensch, der Ingenieurswesen studieren könnte, aus Angst nicht aufgenommen zu werden ein Lehramt angibt. Daher gibt es in der Türkei auch eine Fülle an Lehramtsabsolventen. Um die alle zu platzieren, gibt es wiederum eine Prüfung. Ein Chaos!</p>
<h3>Das Vordiplom in Bachelor-Pelz</h3>
<p>Das Studieren in der Türkei dauert vier Jahre. Hat man den ganzen Stress zuvor hinter sich gelassen, der Schülern als auch Eltern schlaflose Nächte bereitet, darf man sich Student schimpfen. Ich schreibe bewusst &#8222;schimpfen&#8220;, da die ersten zwei Jahre des Studium nichts mit Studieren zu tun haben.</p>
<p>Im ersten Jahr seine Studiums muss beispielsweise ein angehender Bauingenieur folgende Fächer belegen:</p>
<ul>
<li>Geschichte</li>
<li>Türkisch</li>
<li>Biologie</li>
</ul>
<p>Im zweiten Jahr sieht sein Lehrplan Folgendes vor:</p>
<ul>
<li>Geografie</li>
<li>Chemie</li>
<li>Englisch</li>
</ul>
<p>Wie man sieht, alles Fächer, die keinen direkten Bezug zum Bauingenieurwesen besitzen. Erst im dritten Jahr werden Vorlesungen des eigentlichen Faches besucht. In den vier Jahren, nach dessen Ende man einen Bachelorabschluss erhält, hat man nach deutschen Standards eigentlich maximal ein Vordiplom erreicht.</p>
<h3>Die späte internationale Rache</h3>
<p>2009 kam ein Bachelorabsolvent nach Deutschland. Ich habe mich bereit erklärt, ihn zu betreuen. Er hatte die Ege Universität als Drittbester seines Jahrgangs abgeschlossen. Eine renommiert Uni in der Türkei. Hier sollte er dann seinen Master machen. Wofür seine Kollegen zwei Jahre brauchten, dauerte bei ihm 3,5 Jahre. Rückwirkend kann ich sagen, dass es die schwierigsten Zeiten seines Lebens waren. Stressbedingt entwickelte sich sogar Akne in seinem Gesicht. Mit fast 25 Jahren.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Allen, die behaupten, studieren wäre in der Türkei schwieriger, kann ich nur sagen: Ihr macht euch etwas vor. Dies scheint nur so, da türkische Schüler nicht gewohnt sind, zu lernen. Ergo fallen ihnen selbst einfache Prüfungen schwer. Ahnungslose Eltern schauen nach Deutschland und sehen, dass hier weniger Tränen fließen. Also muss Studieren in der Türkei schwieriger sein. Der Kollege, der 2009 nach Deutschland kann, klärt nun dort auf.</p>
<p>An allem ist natürlich die schlechte Bildungspolitik in der Türkei Schuld, die seit Jahrzehnte keine Reformen erfahren hat. Ungewöhnlich, da die heutige Regierung immer wieder postuliert, dass &#8222;Bildung ernst genommen&#8220; werden soll.</p>
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		<title>Bildungssystem der Türkei: Von 533 bis 444</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herr Yildirim]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2013 08:58:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungssystem]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes Land besitzt sein eigenes Bildungssystem. Keines ähnelt wohl dem von Deutschland. Ich bin nicht gerade immer ein Befürworter des hiesigen Systems, doch wenn ich mir andere Länder und deren Bildungssysteme einmal anschaue, finde ich das in Deutschland schon besser. Als Vergleich möchte ich hier einmal das Bildungssystem der Türkei... <a href="https://lern-online.net/blog/bildungsystem-der-tuerkei/">Read more &#187;</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Land besitzt sein eigenes Bildungssystem. Keines ähnelt wohl dem von Deutschland. Ich bin nicht gerade immer ein Befürworter des hiesigen Systems, doch wenn ich mir andere Länder und deren Bildungssysteme einmal anschaue, finde ich das in Deutschland schon besser.</p>
<p>Als Vergleich möchte ich hier einmal das Bildungssystem der Türkei aufführen, dass seit meiner Kindheit schon zweimal reformiert wurde. Im Gegensatz dazu gab es in Deutschland kaum nennenswerte Veränderungen. Das deutsche Bildungssystem ist nach wie vor so, wie in meiner KiKindheit. Dagegen gibt es in der Türkei nun ein neues Schulsystem.</p>
<h3>Die Bildungssysteme in meiner Kindheit</h3>
<p>Als ich zur Schule ging, sah der Bildungsweg eines Schülers in Deutschland wie folgt aus:</p>
<ul>
<li>4 Jahre Grundschule</li>
<li>6 Jahre weiterführende Schule (Pflicht)</li>
<li>3 Jahre Oberstufe</li>
<li>Studium</li>
</ul>
<p>In der Türkei hingegen gab es m.W. nur eine Pflicht bis zum Abschluss der Grundschule. Dieses System kann man auch unter der Abkürzung &#8222;533&#8220; nennen:</p>
<ul>
<li>5 Jahre Grundschule (Pflicht)</li>
<li>3 Jahre Mittlere Schule</li>
<li>3 Jahre Oberschule</li>
<li>Zentrale Qualifikation für das Studium (Prüfungen)</li>
<li>Studium</li>
</ul>
<p>Dieses System wurde bis zu meinem Abitur (1998) so fortgeführt. Problem: Viele Eltern nahmen nach der Grundschule (gerade in ländlichen Gegenden) von der Schule. Die sechs Jahre in der weiterführenden Schule waren kaum fordernd, so dass viele Schüler an den Prüfungen zur Qualifikation für das Studium scheiterten.</p>
<h3>Die Bildungssysteme ab meinem Studium</h3>
<p>Das deutsche Schulsystem blieb auch Ende der 90er Jahre unverändert. Dagegen gab es in der Türkei eine Bildungsreform. Die Änderung sah wie folgt aus:</p>
<ul>
<li>8 Jahre Vorschule (Pflicht)</li>
<li>3 Jahre Oberschule</li>
<li>Zentrale Qualifikation für das Studium (Prüfungen)</li>
<li>Studium</li>
</ul>
<p>Mit dieser Reform wurde gewährleistet, dass Kinder in der Türkei eine längere Zeit die Schule besuchten. In Deutschland ist liegt der Pflichtschulbesuch bei 10 Jahren bzw. bis zum 16. Lebensjahr. Ein weiterer Vorteil war,  dass Schüler länger im Klassenverbund blieben. Leider wurde an den Zugangsregelungen für die Universität nichts geändert. So schafften immer noch nicht viele Schüler den Sprung zu einer akademischen Ausbildung.</p>
<h3>Die Bildungssysteme heutzutage</h3>
<p>In Deutschland hat sich in den letzten Jahren etwas getan. Ganztagsschulen sind im Kommen. Auch wurde das Abitur von 13 auf zwölf Schuljahre verkürzt. In der Türkei hatten Schüler schon zwei Jahre zuvor die &#8222;Allgemeine Hochschulreife&#8220; erreicht, wobei dort noch die schwierige Zugangsprüfung bevorstand. Wenn man die schaffte, konnte man schon mit 17 anfangen zu studieren.</p>
<p>Letztes Jahr gab es eine erneute Bildungsreform in der Türkei. Sie ist auch unter dem Namen &#8222;444&#8220; bekannt. 5 Jahre Grundschule (Pflicht)</p>
<ul>
<li>4 Jahre Grundschule</li>
<li>4 Jahre Mittlere Schule (Schule)</li>
<li>4 Jahre Oberschule</li>
<li>Zentrale Qualifikation für das Studium (Prüfungen)</li>
<li>Studium</li>
</ul>
<p>Hintergrund dieser Änderung war sicherlich auch der Wunsch religiöser Gruppen, ihre Kinder nach vier Jahren (dann, wenn die Pubertät einsetzt), auf private Schulen (z.B. reine Mädchenschulen) zu schicken.</p>
<h3>Beurteilung</h3>
<p>Dass die Länge des Schulgangs an Europa angeglichen wird (in beiden Ländern zwölf Jahre) ist durchaus positiv. Zu kritisieren ist jedoch der bisher unveränderte Zugang zur Universität. Dieser läuft immer noch über eine zentrale Prüfung, auf die man durch private Nachhilfestunden &#8222;gedrillt&#8220; werden muss. Viele nehmen mehrere Male an dieser Prüfung teil und scheitern kläglich. Der Grund: Viele sind es zuvor nicht gewohnt gewesen, zu lernen.</p>
<p>Die Unizugangsprüfung in der Türkei kostet nicht nur Nerven, sondern auch jährlich mehrere Tausend Euro.</p>
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		<title>Geförderter Schüleraustausch – Türkei / Deutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herr Yildirim]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jun 2012 16:46:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Bosch Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Schüleraustausch]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liebe Lehrerinnen und Lehrer, aufgrund der großen Resonanz schreibt die Robert Bosch Stiftung das Programm „Willkommen Türkei! HoÅŸgeldin Almanya! Deutsch-türkische Schüleraustauschprojekte„ erneut bis März 2013 aus. Die Ausschreibung richtet sich an alle weiterführenden deutschen und türkischen Schulen, die ihren Schülern ermöglichen möchten, durch Besuch und Gegenbesuch das jeweils andere Land... <a href="https://lern-online.net/blog/geforderter-schuleraustausch-turkei-deutschland/">Read more &#187;</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Lehrerinnen und Lehrer,</p>
<p>aufgrund der großen Resonanz schreibt die Robert Bosch Stiftung das Programm „Willkommen Türkei! HoÅŸgeldin Almanya! Deutsch-türkische Schüleraustauschprojekte„ erneut bis März 2013 aus. Die Ausschreibung richtet sich an alle weiterführenden deutschen und türkischen Schulen, die ihren Schülern ermöglichen möchten, durch Besuch und Gegenbesuch das jeweils andere Land kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Während der Begegnungen sollen die Schüler auf der Grundlage ihrer Ideen und Interessen gemeinsam ein Projekt gestalten. Dazu müssen jeweils eine deutsche und eine türkische Schule partnerschaftlich zusammenarbeiten.</p>
<p>Die deutschen Schulen können ab sofort für sich und ihre türkische Partnerschule Anträge einreichen. Die Anträge werden von der Robert Bosch Stiftung ergebnisoffen geprüft: Die besten Projektideen erhalten eine Förderung.</p>
<p>Weitere Informationen zur Ausschreibung und zum Programm „Willkommen Türkei! HoÅŸgeldin Almanya!“ finden Sie auf</p>
<p>http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/24498.asp</p>
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